Das Marktvolumen für Zeitarbeit in Deutschland im Jahr 2018 ist trotz eines schwachen zweiten Halbjahres annähernd konstant geblieben. Der Rückgang der Zeitarbeitnehmer in der zweiten Jahreshälfte wurde durch ein gutes Geschäft im ersten Halbjahr kompensiert. Den Einbußen mit der klassischen Arbeitnehmerüberlassung stehen zusätzliche Umsätze mit bisher auf Basis von Werkverträgen im Kundeneinsatz tätigen Mitarbeitern gegenüber sowie Sondereffekte aufgrund der Tariflohnanpassung.

Die schwächere Nachfrage aus der Industrie gleichen zusätzliche Umsätze mit Personalvermittlung sowie der Überlassung von hochqualifiziertem Personal und einer stabilen Nachfrage aus anderen Wirtschaftsbranchen aus. Die Zeitarbeitsunternehmen zahlen zudem häufig übertarifliche Löhne und geldwerte Zusatzleistungen, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und den Kundenbedarf zu decken.

Dies sind ausgewählte Ergebnisse der nunmehr 20. Auflage der jährlich erscheinenden Lünendonk®-Studie zum Markt für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen in Deutschland. Die als Marktbarometer geltende Studie wird von dem Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim, herausgegeben und beruht auf den Angaben von 52 führenden Dienstleistern (2018: 46). Der 232 Seiten umfassende Berichtband steht ab sofort als PDF-Datei zum Preis von 2.000 Euro unter www.luenendonk.de zum Download bereit.

Marktumfeld für Zeitarbeitsunternehmen uneinheitlich

Die Studienteilnehmer wuchsen gegenüber dem Vorjahr noch um 2,4 Prozent (2017: 12,3 %). Gerade für kleinere Unternehmen sind die zusätzlichen Anforderungen durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) größere Hürden, die ihr Geschäft deutlich erschweren. Über dem Marktdurchschnitt haben sich Zeitarbeitsunternehmen entwickelt, die sich auf die Überlassung von hochqualifiziertem Personal spezialisiert haben.

Wirtschaftsbranchen abseits der exportorientierten Automobil- und Chemieindustrie sowie des Maschinenbaus zeigen sich weiterhin robust. Die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern in der Logistik war aufgrund der guten Konjunktur im Groß-, Einzel- und Onlinehandel weiter stabil. Ebenfalls weiterhin hoch ist die Nachfrage im Gesundheitswesen sowie nach hochqualifizierten Angestellten.

Die Reform des AÜG in Zusammenhang mit der nachlassenden Konjunktur in der Industrie geht derzeit vor allem zu Lasten gering qualifizierter Zeitarbeitnehmer. Sowohl der Anteil der Zeitarbeitnehmer, die zuvor arbeitslos waren, als auch derjenigen in den am geringsten vergüteten Entgeltstufen 1 und 2 ist im Jahr 2018 weiter zurückgegangen. Für besser qualifizierte Zeitarbeitnehmer erfüllt die Branche weiterhin zuverlässig ihr Grundversprechen, einen guten Einstieg in eine dauerhafte Beschäftigung zu erleichtern und bei der Berufsorientierung zu helfen.

Thomas Ball, Studienautor und Marktverantwortlicher bei Lünendonk & Hossenfelder, weist auf die breitere Datengrundlage und tiefergehenden Auswertungen hin: „Wir freuen uns, zum 20-jährigen Jubiläum diese Studie in deutlich ergänzter Form dem Markt präsentieren zu können. Sowohl Marktbeobachter als auch Zeitarbeitsunternehmen finden zu vielen Themenfeldern Langzeitanalysen, die zum Teil bis zur ersten Auflage der Studie im Jahr 1999 zurückreichen. Zudem wurde eine konsequente Segmentierung nach Größe der Dienstleister nach mehrheitlicher Qualifikation der Zeitarbeitnehmer vorgenommen. Dass der Berichtband jedes Jahr mit großer Spannung erwartet wird, ist für uns Ansporn, den Mehrwert der Studie regelmäßig weiterzuentwickeln.“ (rhh)

Lünendonk & Hossenfelder GmbH