„Wann lohnt sich Software-Modernisierung?“ und „Welche Wege versprechen bei der Software-Modernisierung die größten Erfolgsaussichten?“ Zu diesen Fragen haben drei Experten in einer Diskussionsrunde Stellung bezogen: Torsten Klinge, Geschäftsführer der ML Software, Gerrit Schiller, Mitglied des Vorstands der Cosmo Consult-Gruppe, sowie Wolfgang M. Roser, Inhaber und Geschäftsführer der Wolfgang M. Roser Software-Support GmbH.

Die Software-Modernisierung bietet im Vergleich zu den möglichen Alternativen „Standardsoftware“ bzw. „Neuentwicklung“ einige klare Vorteile. Für Torsten Klinge, Geschäftsführer der ML Software, stehen der Schutz der vorhandenen Soft-/Hardware sowie die zugehörigen Skills im Vordergrund. „Zudem handelt es sich dabei um leistungsfähigere Lösungen für Anwender und Entwickler. Software-Modernisierung verspricht bei minimalem Risiko eine hohe Kosten-Nutzen-Effizienz durch den Erhalt der vorhandenen Systeme und deren Verbesserung durch moderne Werkzeuge und Technologien“, betont Klinge. „Hinzu kommen maximale Individualität und Flexibilität zur optimalen Abbildung und schnellen Anpassung insbesondere bei sich ändernden Geschäftsprozessen, so dass sich Wettbewerbsvorteile zeitnah erzielen lassen.“

Zukunftssichere Technologie ist gefragt

Für Unternehmen, die auf diese Aspekte Wert legen, sei Software-Modernisierung der richtige Weg, so der Geschäftsführer der ML Software. „Ausschlaggebend für den letztendlichen Erfolg einer Modernisierung ist jedoch die Wahl einer zukunftssicheren Technologie und des passenden Werkzeugs“, betont Klinge. „Mit iNOW UI bieten wir deshalb ein auf dem neuesten Stand der Technik entwickeltes Designer-Werkzeug, mit dem auch Nicht-Programmierer vorhandene IBM i-Anwendungen schnell und hochwertig modernisieren und funktional verbessern können.“

„Wer beantworten will, wann sich Software-Modernisierung lohnt, der sollte mehrere Faktoren berücksichtigen“, erklärt Wolfgang M. Roser, Inhaber und Geschäftsführer der Wolfgang M. Roser Software-Support GmbH. Nach seiner Einschätzung zählen dazu Parameter wie die Unternehmensgröße, die eingesetzte Softwarelösung und wo diese an ihre Grenzen stößt – etwa in Bezug auf unternehmerische Ziele für die Zukunft. „Es gibt Analysemöglichkeiten, um herauszufinden, ob sich Software-Modernisierung lohnt und wenn ja, in welchem Umfang“, stellt Roser heraus. „Zusätzlich sollte man sich Gedanken darüber machen, aus welchen Gründen man modernisieren will – oder muss: Man möchte flexibel auf (Markt-)Änderungen reagieren können, Produkte sollen schneller auf den Markt gebracht werden, es bestehen Ausfallgefahren oder Sicherheitslücken, neue Geschäftschancen oder -felder sollen eröffnet werden, die laufenden Wartungskosten sind zu hoch oder es mangelt an Experten und Dokumentation.“

Torsten Klinge, Geschäftsführer ML Software: „Werkzeuge und Technologien müssen von den Entwicklern beherrscht werden.“ Quelle: ML Software

Nach Einschätzung von Roser lohnt sich Software-Modernisierung immer dann, wenn eine Alt-Anwendung mit den Anforderungen unserer Tage nicht mehr Schritt halten kann, aber geballtes Know-how enthält, also sehr viel firmeninternes Wissen und bewährte Funktionen. „Nur weil eine Software-Anwendung alt ist, muss sie nicht unbedingt schlecht sein.“ Das Gegenteil sei oft der Fall: Die über Jahre hinweg eingesetzten und bekannten Lösungen sind auf die Anforderungen, Workflows und Regeln des Unternehmens bestens abgestimmt – sie sind mitgewachsen, ineinander verzahnt, kennen die erprobten Prozesse und bilden meist Alleinstellungsmerkmale ab, die in keiner marktüblichen Standardlösung zu finden oder einfach nachzubauen sind. „Bestandssysteme haben einen großen Wert, deshalb lohnt sich in den meisten Fällen die Modernisierung“, bringt es Roser auf den Punkt. „In den meisten Fällen deshalb, weil man sich natürlich immer die Ausgangslage und die Substanz einer Software genau ansehen muss.“

Dynamische Märkte brauchen moderne Tools

„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“, so zitiert Gerrit Schiller den Philosophen Heraklit. Diese Aussage bezieht das Vorstandsmitglied der Cosmo Consult Gruppe auf das industrielle und betriebliche Umfeld: „Internationale Märkte wandeln sich, Digitalisierung und Globalisierung erhöhen den Wettbewerbsdruck und Kooperationen gewinnen an Bedeutung.“ So habe auch Unternehmenssoftware nur eine bestimmte Halbwertszeit. Ohne kontinuierliche und permanente Modernisierung entspreche sie rasch nicht mehr aktuellen Anforderungen und sterbe irgendwann – schlimmstenfalls mit dem Unternehmen.

„Im ERP-Bereich begann es mit Mainframe-ERP, etwa der AS/400“, gibt Schiller zu Protokoll. „Dann kam 2-Tier Client/Server-Based-ERP, danach n-Tier und aktuell liegen Multi- and Single-Tenant-SaaS-Lösungen im Trend.“ Software-Entwicklung bringe stets viele Vorteile mit sich, etwa Kostenersparnisse durch Nutzung von geteilten Hardwarekapazitäten in der Cloud oder die Möglichkeit der Nutzung intelligenter Algorithmen zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen. „Zudem gibt es einen anhaltenden Trend zur Standardisierung, um der zunehmenden Änderungsgeschwindigkeit durch schnellere Software-Updates gerecht werden zu können“, erklärt Schiller.

Erfolgsaussichten der Software-Modernisierung

Gut geplante und überlegte Wege, die schrittweise und serviceorientiert zurückgelegt werden, versprechen laut Wolfgang M. Roser die größten Erfolgsaussichten bei der Software-Modernisierung. Nach seiner Einschätzung handelt es sich dabei um kein Projekt, das man zwischendurch reinquetscht oder nebenbei von der internen IT-Abteilung erledigen lässt. „Die Möglichkeiten der Modernisierung sind vielfältig und zahlreiche Faktoren, wie beispielsweise vorhandene IT-Strukturen, Prozesse, Unternehmenskultur etc., spielen dabei eine ausschlaggebende Rolle. Grundsätzlich entscheidet der Ist-Zustand des Alt-Systems über die Art und den Grad der Modernisierung“, ergänzt Roser. „Eine umfangreiche Analyse sowie eine Bestandsaufnahme bilden die Basis für die Entscheidung, welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sind und welche Methoden zum Einsatz kommen. Neben viel Programmier- und Projekterfahrung braucht es auch das richtige Werkzeug, um Unternehmen in anspruchsvollen Modernisierungsprozessen bestmöglich unterstützen zu können. In unserem Falle heißt das Werkzeug NAB/400 – Native Application Builder – und wir bieten damit eine kostengünstige Alternative zu teuren Neuprogrammierungen an.“

Welche Wege der Software-Modernisierung die größten Erfolgsaussichten versprechen, lässt sich für Gerrit Schiller nicht pauschal bestimmen: „Eine Analyse der Geschäftsprozesse sowie vorhandener Optimierungspotenziale sollte aber stets am Anfang stehen. Des Weiteren ist das Re-Engineering vorhandener Software zu nennen. Es ist zwar kostspielig und zeitaufwendig, unterstützt jedoch neue, innovative Geschäftsabläufe.“ Eine komplette Neuentwicklung ist für Schiller eine Option mit ähnlichen Herausforderungen und Ergebnissen. Wegen der hohen Komplexität bieten sich nach seiner Einschätzung agile, iterative Entwicklungsansätze an, da die Anforderungen zu Beginn kaum vollumfänglich beschrieben werden und sich mit der Zeit verändern können. „Ein Kapseln der Legacy-Systeme, bei dem diese zumindest teilweise erhalten und mit Schnittstellen für neue Plattformen versehen werden, ist eine weitere Möglichkeit“, räumt Schiller ein. „Dabei bestehen aber auch die Nachteile dieser Systeme weiter.“

Standardlösungen können eineAlternative sein

Deswegen empfiehlt er vor allem eine Ablösung durch Standardsoftware, die sich durch eine Vielzahl von Branchenlösungen, wie sie COSMO CONSULT zusammen mit innovativen Lösungskonzepten bietet, an Unternehmensspezifika anpassen lassen. „Diskrete Fertigung, Prozessfertigung, Dienstleistung und Handel sowie viele weitere Branchenlösungen sind exakt auf die Anforderungen der Unternehmen abgestimmt“, stellt Schiller fest. „Ein großer Vorteil besteht hier darin, dass man an den regelmäßigen Innovationen der Hersteller partizipiert, was in der digitalen Welt erhebliche Wettbewerbsvorteile bringen kann. Ich würde auf jeden Fall zu solch innovativer und investitions- und zukunftssicherer Standardsoftware raten.“

Für Torsten Klinge steht fest: „Erfolgreich ist Software-Modernisierung nur dann, wenn sie Anwender und Entwickler gleichermaßen überzeugt. Doch deren Ansprüche sind durchaus unterschiedlich.“ So fordern nach seiner Erfahrung Anwender moderne Oberflächen, höheren Bedienkomfort, die Integration von externen Daten sowie von Soft- und Hardware, mehr Informationen auf einen Blick, kurze Navigationswege, Exportmöglichkeiten u. v. m. Deshalb seien neben optischen Verbesserungen auch funktionale Erweiterungen der Software zwingend notwendig.

„Die Werkzeuge und Technologien, die das leisten können und sollen, müssen wiederum von den Entwicklern beherrscht und akzeptiert werden. Fehlt hier das erforderliche Wissen oder die Bereitschaft, es sich anzueignen, landet ein Modernisierungsprojekt schnell in der Sackgasse“, räumt Klinge ein.

Dies könne man mit einem Tool wie dem iNOW UI Designer vermeiden, so Klinge weiter: „Seine intuitive Bedienung erschließt sich jedem Programmierer sofort. Mit diesem Tool gelingt die Verwandlung der Greenscreens in smarte UIs für Desktop und Browser in kürzester Zeit. So macht den Entwicklern die IBM i-Modernisierung richtig Spaß, liefert sie doch direkt einsetzbare Ergebnisse, von denen die Anwender begeistert sind.“ Des Weiteren können mit Hilfe der optionalen C#-Scripting-Möglichkeiten auch .NET-Entwickler in die Modernisierung einbezogen werden. Hieraus ergeben sich für Software und Personal sehr interessante Perspektiven.“