3,1 Millionen Industrieroboter werden voraussichtlich im nächsten Jahr in Fabriken weltweit im Einsatz sein. Deren Vernetzung, Steuerung und Wartung stellt die Industrie vor große Herausforderungen. Lokale, private 5G-Netze in Kombination mit Edge Computing ermöglichen sichere, echtzeitnahe Kommunikationsnetze, die am Produktionsstandort betrieben und genutzt werden können. Ein Anwendungsszenario hat Rittal gemeinsam mit German Edge Cloud (GEC) und Fraunhofer Fokus während der Hannover Messe auf dem Rittal-Stand vorgestellt.

In diesem Anwendungsszenario konnten Besucher mit einer Virtual Reality (VR)-Brille und zwei VR-Controllern einen zweiarmigen Industrie-Roboter über Funkzellen steuern, die an ein Edge-basiertes 5G-Kernnetz angebunden waren. Die Aufgabe lautete, eine vergrößerte Nachbildung der Rittal-Leiteranschlussklemme auf eine Stromschiene zu stecken und ein Kabel in die Klemme einzufädeln und wieder zu trennen – ein typisches Alltags-Szenario im Schaltschrankbau. Über ein optisches und akustisches Signal bekamen die Besucher in Echtzeit Feedback, ob die Aufgabe erfolgreich durchgeführt wurde.

Um Objekte mit Roboterarmen greifen und verschieben zu können, müssen die Personen Tiefe und Entfernungen zu den Roboterarmen realistisch einschätzen können. Über zwei Fisheye-Kameras wurde die Sicht des Roboters als 360°x180°-Surround Video-Streaming in Stereo-3D in die VR-Brille übertragen. Die Mobilfunkverbindung war über eine 60 GHz-Frequenz mit Small Cells umgesetzt, einer kleinen Funkzelle, die aus Basisstationen mit Mobilfunk-Antenne besteht. Die 5G Zelle sorgt für eine realitätsnahe VR-Umgebung und eine verzögerungsfreie Robotersteuerung. (rhh)

Rittal