Als Testfeld für ein tragbares Dolmetschersystem hatte sich Fujitsu die Universitätsklinik Tokio ausgesucht. Der mobile Übersetzer, der sich wie ein Namensschild an der Kleidung tragen lässt, hat hier Ärzten und Krankenpflegepersonal erfolgreich beide Hände freigehalten: Die passende Sprache wird automatisch vom Gerät erkannt und die Spracherkennungsrate erreichte unter typischen Einsatzbedingungen 95 Prozent. Nun schickt Fujitsu Laboratories das postkartengroße System in weitere Krankenhäuser in Japan. Der mobile Übersetzer mit Freisprechfunktion ist für den Einsatz im Gesundheitsbereich konzipiert, aber künftig sollen auch andere Branchen vom Potenzial der Lösung profitieren.

 

Die Fujitsu Laboratories für das portable Sprachübersetzungssystem mit einer integrierten Freisprechfunktion den CEATEC Award des japanischen Wirtschaftsministeriums in der Kategorie „Offene Innovation“ erhalten. Nutzer können das System an ihrer Kleidung anbringen und bedienen, ohne dafür ihre Hände zu benötigen. Dadurch können beispielsweise Ärzte und Pflegepersonal in Kliniken Patienten untersuchen und behandeln, die nicht der Landessprache mächtig sind.

Das System von Fujitsu ist etwa so groß wie eine Postkarte. Es erkennt automatisch, welche Sprache eine Person verwendet und aktiviert selbstständig die Übersetzungsfunktion. Das Produkt verwendet hochempfindliche Mikrofone im Miniaturformat, um immer genau zu analysieren welche Person gerade redet. Die Übersetzung läuft vollkommen automatisch, ohne dass der Benutzer nur einen Knopf betätigen muss. Störgeräusche in der Umgebung werden unterdrückt, etwa von Klimaanlagen und Untersuchungsgeräten. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Übersetzungssystem Sprachsignale in optimaler Qualität erfasst und wiedergibt.

Zusammen mit der Universitätsklinik Tokio und dem National Institute of Information and Communications Technology (NICT) in Japan führte Fujitsu praktische Tests des portablen Übersetzungssystems durch. Dabei kamen im ersten Schritt stationäre Tablet-Rechner zum Einsatz. Ein Ergebnis der Feldversuche war, dass Ärzte und das Krankenpflegepersonal in vielen Arbeitssituationen beide Hände benötigen. Deshalb fiel die Entscheidung, eine kompakte, leichte und tragbare Version des elektronischen Dolmetschers zu entwickeln. Die Fujitsu Laboratories griffen dabei auf Mobiltelefontechnologien zurück.

Der mobile Übersetzer lässt sich wie ein Namensschild an der Kleidung befestigen. In einer Klinikumgebung mit den üblichen Umgebungsgeräuschen (60 dB) und einem natürlichen Abstand zwischen Patient und Arzt von etwa 80 Zentimeter erreicht das System eine Spracherkennungsrate 95 Prozent. Einsatz in weiteren Branchen und mehr Sprachen

Fujitsu Laboratories wird das System ab November in weiteren Krankenhäusern in Japan testen. Daneben kommt dabei ein Übersetzungssystem zum Einsatz, das vom NICT entwickelt wurde. Es unterstützt Japanisch, Englisch und Chinesisch. Später sollen weitere Sprachen hinzukommen. Bisher ist der Übersetzer für die Verwendung im Gesundheitsbereich ausgelegt. Aber auch andere Branchen – etwa Dienstleister und Behörden – sollen von einem mobilen Übersetzungssystem mit Freisprechfunktion profitieren. Mit der Vermarktung der Lösung wird Fujitsu voraussichtlich im Frühjahr 2018 starten.

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