Die ersten massiven Reaktionen auf den Datenklau bei Prominenten und Politikern lauten: „Schluss mit Twitter und Facebook“. Es werden bereits die ersten Accounts bei den Social-Media-Diensten abgeschaltet. Doch wer Fehler vermeidet und Verschlüsselung einsetzt, sollte sich auf der sicheren Seite bewegen.

Den aktuellen Hackerangriff auf deutsche Politiker und Prominente kommentiert Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Vorstand für IT-Sicherheit beim eco – Verband der Internetwirtschaft e.V., mit den Worten: „Ein solcher krimineller Angriff auf persönliche Daten kann heutzutage alle Internetnutzer treffen. Verschlüsselung ist ein wirksames Mittel um derartige Angriffe und Datenklau zu verhindern, daher sollte die Bundesregierung die Entwicklung und Verbreitung einfach anwendbarer Verschlüsselungstechnologien stärker fördern und vorantreiben.“

Nach seiner Einschätzung sind im Rahmen der Strafverfolgung bereits angewandte und immer wieder diskutierte Maßnahmen wie Backdoors, Zero Day Exploits und Staatstrojaner Ansätze, die die Wirksamkeit von Verschlüsselung und den Aufbau sicherer IT-Systeme beeinträchtigen.

„Die Bundesregierung sollte daher von solchen Maßnahmen entschieden Abstand nehmen und stattdessen stärker Initiativen in Wirtschaft und Verwaltung für den Aufbau sicherer und robuster IT-Systeme motivieren, um Cyberkriminellen künftig weniger Angriffsfläche zu bieten“, so Pohlmann weiter. „Weitere nützliche Faktoren zur Verbesserung von IT- und Datensicherheit seien die entsprechende Sensibilisierung und Weiterbildung aller BürgerInnen und insbesondere MitarbeiterInnen in Unternehmen, Verwaltung und Politik im Hinblick auf beispielsweise die Verwendung von Antivirensoftware, Firewalls und sicherer Passwörter sowie regelmäßiges Patchen der Systeme, so Pohlmann weiter.“ (rhh)

eco – Verband der Internetwirtschaft e.V