Zur Modernisierung seiner IBM-i-Warenwirtschaft hat sich die Wernsing Food Family im August 2018 für iNOW UI entschieden. Die modernen, CI-konformen UIs bieten Bedienkomfort und wertvolle Zusatzfunktionen, während die bewährte IBM-i-WaWi-Lösung weiterhin die Business-Logik abbildet. Damit reduziert Wernsing den Aufwand für die Integration neu erworbener Firmen und die Einarbeitung von Mitarbeitern. Gleichzeitig bringt der erweiterte Technologie-Pool mehr Flexibilität in der Software- und Personalentwicklung.

Die Geschichte des Unternehmens Wernsing beginnt 1962 im niedersächsischen Addrup, als der 28-jährige Heinrich Wernsing eine Produktion für Pommes frites gründete. Aus dem kleinen Familienbetrieb wurde ein moderner, dynamischer und verantwortungsvoll handelnder Konzern – die Unternehmensgruppe Wernsing Food Family. Standen anfangs vor allem Pommes frites im Zentrum der Produktion, so kamen im Laufe der Jahre weitere Produkte hinzu. Vom feinen Kartoffelsalat über knackige Rohkostsalate bis hin zu einer umfangreichen Palette von Feinkostsalaten und -gerichten. Heute ist die Wernsing Food Family mit zahlreichen Lebensmittelmarken in nahezu allen Ländern Europas vertreten.

Durch den Erwerb nationaler wie internationaler Firmen und Produktionsstandorte ist die Wernsing Food Family schnell und kontinuierlich gewachsen. Inzwischen ist sie mit 18 Produktionsstandorten und diversen Handelsgesellschaften in sieben europäischen Ländern vertreten. Neben dem deutschen Heimatmarkt nimmt die Unternehmensfamilie besonders in den Niederlanden eine starke Stellung ein, hat sich aber auch in Belgien, Dänemark und Schweden etabliert. Im Jahr 2017 erwirtschafteten die 3.850 Mitarbeiter rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz, Tendenz weiter steigend.

Dieses Wachstum stellt die Wernsing Food Family vor ganz besondere Herausforderungen. Die IT-seitige Eingliederung der neu erworbenen Firmen und Produktionsstätten nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Das IBM-i-basierte WaWi-System hat sich als stabiles und flexibles Fundament bewährt. So wurde in den letzten acht Jahren im Schnitt ein Neuerwerb pro Jahr in dieses Kernsystem integriert, die Software wurde dort in Betrieb genommen, und die neuen Mitarbeiter wurden eingearbeitet.

IBM-i-Modernisierung für bessere Integration

Mit jeder neuen Firmenintegration wurde deutlicher, dass die Anwender grafische Benutzeroberflächen erwarten – insbesondere bei Firmen, deren vorherige Warenwirtschaft bereits ein grafisches User Interface hatte. In diesen Fällen war die Einführung der Wernsing Warenwirtschaft kein innovativer Schritt. Die Abkehr von der Bedienung mit der Maus, die mangelnde Benutzerunterstützung und der fehlende Komfort einer grafischen Oberfläche stellten die Benutzer vor Eingewöhnungsprobleme und brachten zusätzliche Hürden in der Bedienung.

Um hier in Zukunft mehr Akzeptanz zu erreichen, wurde nach Möglichkeiten gesucht, wie die Oberfläche der IBM i WaWi bei Wernsing einer Modernisierung unterzogen werden kann. IT-Bereichsleiter René Sanders wandte sich dazu an die ML-Software GmbH aus Ettlingen – seit 20 Jahren Spezialistin auf diesem Gebiet.

Die Modernisierungsexperten von ML präsentierten in einer Websession ihr neues iNOW UI. Im intuitiven Designer zeigten sie, wie IBM-i-Masken in smarte UIs verwandelt und mit wertvollen Zusatzfunktionen aufgewertet werden. Danach nutzte das Team um IT-Bereichsleiter René Sanders die 30-Tage-Testversion von iNOW UI für ein Proof-of-Concept anhand der eigenen IBM-i-Lösung. Schnell kristallisierten sich entscheidende Pluspunkte heraus:

  1. Einfache Bedienung sowohl im Designer als auch in den gestalteten UIs
  2. Funktionsverbesserte Benutzeroberflächen mit einheitlicher CI
  3. Effiziente Umsetzung der Mehrsprachigkeit auf Frontend-Ebene
  4. Business-Logik bleibt auf IBM i
  5. Individuelle Skalierbarkeit bei der Modernisierung
  6. Flexible Einsetzbarkeit und Ausweitung auf noch mehr Firmen und Fachbereiche

iNOW UI für IBM-i-Modernisierung

Im August 2018 fiel dann die Entscheidung auf iNOW UI. In einem Pilotprojekt wird nun die WaWi für ein schwedisches Tochterunternehmen, das zum 1. Januar 2019 mit der Wernsing Warenwirtschaft ausgestattet werden soll, modernisiert und mehrsprachig gemacht. Drei Mitarbeiter arbeiten an jeweils unterschiedlichen Aufgaben für dieses Teilprojekt der Modernisierung:

  1. Consultant zur Identifikation, welche Module der WaWi mit welchen Funktionalitäten eingesetzt werden sollen
  2. Graphische Umsetzung der einzusetzenden Module durch den UI Designer
  3. Erstellen des funktionalen Mehrwerts durch einen Software-Entwickler (unter anderem durch SQL-basierte Subfiles und Suchfunktionen)

Der September 2018 stand im Zeichen einer intensiven Forschungs- und Testphase, um die besten Vorgehensweisen für die Projektumsetzung zu finden. Als weiteren Pluspunkt hebt der IT-Bereichsleiter von Wernsing, René Sanders, hervor: „Es freut uns sehr, dass einige unserer Ideen in die Produktentwicklung von iNOW UI eingeflossen sind.“

Bis November 2018 soll die Modernisierung einschließlich Mehrsprachigkeit zu mindestens 80 Prozent fertiggestellt sein. Ihr erster Prüfstein wird die anschließende Schulung der Mitarbeiter sein. Diese wird Ideen und Verbesserungsvorschläge der Anwender liefern, die dann bis zum Go-Live am 1. Januar 2019 eingearbeitet werden können. Ist diese Bewährungsprobe bestanden, wird der Einsatz auf weitere schwedische und dänische Firmen der Wernsing Food Family ausgeweitet.

Ziele der Modernisierung

  1. Im Laufe des Projekts haben sich folgende Ziele umsetzen lassen:
  2. Mehr Bedienkomfort, Funktionalität und Akzeptanz
  3. Verringerung des Einarbeitungsaufwands
  4. Stärkung der IBM i im Backend durch leistungsstarke Frontends
  5. Erhalt der gewohnten Stabilität, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit

Die Einarbeitung von neuem Personal in die herkömmliche IBM-i-Greenscreen-Lösung offenbarte Akzeptanzschwierigkeiten und erforderte einen vergleichsweise hohen Aufwand. Hier will Wernsing durch die modernen, intuitiven Bedienoberflächen, nützliche Subfile- und Suchfunktionen sowie weitere, bedarfsorientierte Optimierung deutliche Verbesserungen erreichen. Dazu wird neben RPG auch .NET eingesetzt. Diese breitere Technologieauswahl erhöht die Flexibilität in der IT – sowohl in der Software- als auch in der Personalentwicklung. Qualifizierte RPG-Entwickler sind deutlich schwerer zu finden als .NET-Entwickler. Selbst wenn eigenes Personal ausbildet werden soll, ist es leichter, den Nachwuchs für .NET zu begeistern anstatt für RPG. „iNOW UI ist als Bindeglied zwischen IBM i und .NET konzipiert. Es beweist, dass moderne und erfolgreiche Software-Entwicklung aus der richtigen Kombination beider Welten entsteht. Wenn IBM-i- und .NET-Leute Hand in Hand arbeiten, dann kreieren sie mit höchster Effizienz die besten, individuellen Software-Lösungen für ihr Unternehmen. Davon bin ich nicht nur überzeugt, das beweisen auch unsere zahlreichen Modernisierungsprojekte“, betont ML-Geschäftsführer Torsten Klinge.