Die vom IBM und UBS angestoßene globale Handelsfinanzierungsplattform auf Basis der Blockchain-Technologie erhält Unterstützung durch die Bankenszene. Statt Handelspartner bei ihren Geschäften mit aufwendigen papierbasierten Dokumentationen zu beschäftigen, wird in einer Blockchain der Status von Verträgen automatisch von IoT-Sensoren (Internet der Dinge) auf Stand gehalten. Zudem wird über die bereits projektierte Plattform Batavia die korrekte Datenweitergabe sichergestellt. Der Initiative von IBM und UBS sind nun die Bank of Montreal, die Caixabank, Commerzbank und Erste Group beigetreten.

 

UBS und IBM starteten 2016 mit einer Initiative, deren Ziel die Errichtung einer globalen Handelsplattform auf Basis der Blockchain-Technologie ist. Der Zugang zu dieser Plattform mit Namen Batavia soll weltweit Unternehmen jeglicher Größe offen stehen. Die Plattform dient der Finanzierung von Handelsaktivitäten aller Art, beispielsweise bei der Beförderung von Waren auf dem Luft-, Land- oder Seeweg. „Wir arbeiten mit hunderten Anwendern an der Umsetzung von Blockchain-Lösungen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Finanzierung des globalen Handels jener Bereich ist, wo Innovation am dringendsten erforderlich ist“, erklärt Fabio Keller, IBM Project Lead. „Über Batavia sollen große, globale, multi-modale Netzwerke geschaffen werden, die jeden Schritt des Handelsprozesses transparent und vertrauenswürdig darstellen. Damit hat diese Plattform hohes Potenzial, die Art und Weise, wie Unternehmen weltweit miteinander Geschäfte machen, tiefgreifend zu verändern.“

Aufbauend auf der von UBS und IBM gestarteten Initiative soll Batavia als Handelsfinanzierungsplattform auf Basis des Blockchain-Projekts Hyperledger Fabric weiterentwickelt werden. Daran beteiligen sich die Banken – jetzt sind die Bank of Montreal, Caixabank, Commerzbank und Erste Group dazugekommen – sowie IBM unter Einbeziehung von Experten aus dem Transportwesen sowie Bankkunden um sicherzustellen, dass die Plattform flexibel, benutzerfreundlich und kommerziell verwertbar ist. Anfang 2018 sollen über Batavia erste Pilottransaktionen mit Kunden durchgeführt werden, die der Überprüfung bisheriger Entwicklungsschritte und dem weiteren Ausbau der Plattform dienen.

Die Handelsfinanzierungsplattform soll Transaktionen effizienter, transparenter und kostengünstiger gestalten und Unternehmen damit den weltweiten Aufbau von grenzüberschreitenden Handelsnetzen mit vielen Teilnehmern erleichtern. Darüber hinaus wird Batavia es den beteiligten Parteien ermöglichen, Warensendungen von der Auslieferung aus dem Lager über die Verladung in ein Flugzeug, einen LKW oder ein Schiff bis hin zur Ankunft am Zielort zu verfolgen und während dieser Prozesse Zahlungen Schritt für Schritt automatisch freizugeben.

Die Plattform fördert die Herstellung von Kontakten unter den Teilnehmern eines Handelsnetzes und könnte damit den globalen Handel wesentlich verändern. Die offene Gestaltung der Plattform macht sie für Banken, Lieferanten und Behörden attraktiv. Sie wird zur Entstehung neuer Handelswege beitragen, neue Unternehmen auf den Markt bringen und ehemals zeitaufwändige und kostspielige Abläufe beschleunigen.

Bisher mussten Handelspartner – Käufer, Verkäufer, deren Banken, Transportunternehmen, Inspektoren und Regulatoren – für eine sichere Abwicklung von Handelsgeschäften umfangreiche papierbasierte Dokumentationen erstellen. Diese Verfahren können Wochen dauern, verursachen Kosten, machen Daten anfällig für Fehler durch manuelle Bearbeitungsschritte und binden Kapital. Verzögerungen und eine mangelnde Transparenz des Handels erschweren Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen. Dies beschränkt ihre Möglichkeiten im grenzüberschreitenden Handel und damit auch das Umsatzwachstum. Die Plattform Batavia wird den Nutzern die Bearbeitung und den Vergleich von Dokumenten abnehmen und es Käufern, Verkäufern und deren Banken damit erlauben, Geschäfte mit einem hohen Maß an Effizienz und Transparenz abzuwickeln.

Da in der Blockchain die Verträge in einem permanenten, unveränderbaren Kontobuch („Ledger“) digital erfasst werden, sind Abläufe sehr transparent und können von allen an einer Transaktion teilnehmenden Parteien eingesehen werden. Bis zur Erfüllung eines Kontraktes wird dessen Status automatisch über von IoT-Sensoren (Internet of Things) oder Nutzern gelieferten Daten automatisch aktualisiert. Durch die Sicherstellung einer korrekten Datenweitergabe wird Batavia den Nutzern Zeit und Geld ersparen, da Überprüfungen durch Dritte reduziert werden können, auch die Gefahr von Irrtümern, Manipulationen und Streitigkeiten wird stark verringert. Wenn alle an einer Transaktion Beteiligten Zugang zu einer einheitlichen Darstellung der Fakten haben, schafft das untereinander mehr Vertrauen, was wiederum die Errichtung größerer, dezentraler Netzwerke und in der Folge höhere Umsätze ermöglicht.

Hier geht’s zu IBM Blockchain