Tagtäglich sieht sich die Lagerverwaltung mit der Herausforderung konfrontiert, einen Spagat zwischen hoher Lieferfähigkeit einerseits und niedriger Kapitalaufwendung andererseits zu meistern. Denn eine rapide und flexibel auf Anfragen reagierende Lieferfähigkeit basiert zunächst einmal auf dem Vorhandensein hoher Lieferbestände.

Die hohen Lieferbestände allerdings erfordern den Einsatz hoher Kapitalmengen. Warehouse-Management-Systeme sollen eine Lösung aus diesem Dilemma bieten, doch verfügen diese in vielen Fällen lediglich über Funktionen wie Buchungsmasken und Reports. Das wollte die Bosch Thermotechnik GmbH nicht hinnehmen, denn sie benötigte für ein Ersatzteillager ein System, das auf den Liefertag präzise abgestimmte Lieferungen ermöglicht. Dabei musste sie vor allem späte Annahmeschlüsse des Lagers berücksichtigen. Die Lösung lautet: Realtime Warehouse Management System.

Auf die Lagerhaltung entfallen häufig bis zu 66 Prozent der gesamten Lagerkosten in Unternehmen. So zeigt es sich, dass die wirtschaftliche Optimierung der Lagerverwaltung nicht nur schmückendes Beiwerk sein kann – nein, sie ist von essenzieller Natur für die lagerhaltenden Unternehmen. Denn das Lager muss einerseits eine schnelle Lieferfähigkeit gewährleisten, ohne die es sonst zu Verzögerungen in der Produktion kommen kann oder ohne die Marktbedürfnisse schlicht nicht befriedigt werden können. Besonders der E-Commerce macht durch hohen Konkurrenzdruck und Kundenansprüche die Fähigkeit zur schnellen Lieferung erforderlich. Andererseits bedeutet dies, dass das Unternehmen entsprechend hohe Lagerbestände führen muss – was wiederum die Lagerkosten in die Höhe treibt. Die Herausforderung ist also: einen Ausgleich schaffen zwischen Servicegrad und Vorratshaltung.

Dies gilt auch für das Ersatzteillager der Bosch Thermotechnik GmbH am Standort Lollar bei Wetzlar (Hessen). Besonders wichtig sind für den Betrieb die tagesgenaue Lieferung bei sehr späten Cutoff-Zeiten der Kunden, die Steuerung der Prioritäten und die Umpriorisierung bei Bedarf. Dies stellt Erfordernisse wie eine schnelle Anbindung von neuen Transportdienstleistern, eine einfache Steuerung sowie eine hohe Transparenz und Prozesssicherheit an das einzusetzende Lagerhaltungssystem.

Zudem kennzeichnet die Ersatzteildistribution, dass Kunden sogar Ersatzteile geringen Materialwerts häufig dringend und in kurzer Zeit benötigen. Und es gelten für das Unternehmen Service Level Agreements, die es einzuhalten gilt. Dass die richtigen Ersatzteile in der erwarteten Qualität und Menge rechtzeitig ihre Bestimmungsorte erreichen, stellt für das Unternehmen eine weitere Herausforderung dar, denn das Portfolio umfasst mehrere Tausend Einzelartikel mit einem Gewicht von unter einem Gramm bis 100 Kilogramm. Diese werden zudem in kleinen Margen für Privatkunden oder aber in Großaufträgen, die über 40 Paletten fassen können, geordert.

Eine Vielzahl an technischen Geräten und Systemen

ERP-, PPS- oder Warenwirtschaftssysteme (WWS) verwalten geplante Ein- und Ausgänge von Waren und Gütern. Das Warehouse Management System (WMS) setzt diese operativ um. Im Falle der Bosch Thermotechnik GmbH kommuniziert es mit mehreren ERP-Systemen; für jedes dieser Systeme muss das WMS die jeweils passenden Daten liefern. Des Weiteren muss das WMS für Bosch Thermotechnik höchstmöglich verfügbar sein. Denn bereits eine Unterbrechung des laufenden Betriebs von wenigen Stunden wirft das Unternehmen spürbar zurück – in einem solchen Fall drohen erhebliche Umsatzeinbußen oder gar Schadenersatzforderungen. Nicht zuletzt nimmt durch einen solchen Fall das Ansehen bei den Kunden Schaden.

Auch das Lager selbst stellt eine Menge an Anforderungen an das einzusetzende WMS. Dies betrifft insbesondere die Kompatibilität zu und die Anbindung an die zahlreichen im Lager eingesetzten technischen Geräte, die zudem eine hohe Vielfalt aufweisen. So setzt Bosch Thermotechnik im Lager verschiedene Rechnersysteme wie Terminals, Thin Clients und Server ein. Außerdem verfügt das Lager über Mobilfunktechnik und -geräte wie WLAN, Schmalbandfunk und Infrarotscanner, und es zählen Ident- und Steuerungstechnik wie Sensorik, Barcode- und RFID-Lesesysteme sowie Pick-to-Voice- und Automatisierungstechnik zur Ausstattung. Letztere umfassen Förderanlagen, Sortierer, Handhabungsroboter und Regalförderzeuge. Mit all diesen muss das WMS entsprechend gekoppelt sein.

Damit es Anwendern die Steuerung sämtlicher Arbeitsprozesse erleichtert, muss das eingesetzte WMS einen automatischen Datenaustausch mit den angeschlossenen ERP-, PPS- oder WWS-Lösungen unterstützen.

Warehouse-Management in Echtzeit

Die Bosch Thermotechnik GmbH nutzt hierfür die Lösung storagement Echtzeit-WMS der Dr. Brunthaler Informationelle Informationstechnik GmbH. Die agentenbasierte Systemarchitektur der Lösung lässt sich bezüglich Stammdaten, Auftragsvolumina und User-Anzahl auf die Anforderungen des Anwenders skalieren. Die Lösung garantiert dem Unternehmen eine ungeplante Ausfallzeit von maximal 15 Minuten, die sich höchstens zweimal pro Jahr ereignen darf. storagement kommuniziert während des gesamten Durchlaufs mit den ERP- und Warenwirtschaftssystemen von Bosch Thermotechnik zu Auftragszuständen und Bestandsänderungen, was fortlaufend automatische Aktualisierungen und jederzeit die Anzeige realer Bestände ermöglicht. Außerdem ist das storagement-Modul zu Gefahrstofflagerung und Gefahrgutversand im Einsatz, was die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zum Umgang mit Gefahrgütern gewährleistet und mögliche Gefahren für Mitarbeiter und die Umwelt eliminiert.

Das Unternehmen erkennt Veränderungen im Bestands-, Bewegungs- und Auftragsmanagement jetzt in Echtzeit. Es kann auf diese ortsunabhängig reagieren, was vor allem der mobile Zugriff auf das WMS mittels unterschiedlicher Endgeräte ermöglicht. Die browserbasierte Weboberfläche macht das System für diesen Zugriff kompatibel. Bosch Thermotechnik kann sein Warehouse-Management nun auch auf sich kurzfristig ändernde Kundenanforderungen anpassen, denn storagement unterstützt diverse Ein-, Aus-, Umlager- und Nachschubstrategien und -verfahren. Das Unternehmen sieht Vorteile durch den Einsatz des WMS somit vor allem in puncto Flexibilität, Reaktionsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit.

Software ermittelt optimale Wege

Derzeit nutzt die Bosch Thermotechnik GmbH die Funktionalitäten von storagement, um besonders die Abwicklung von Kleinstaufträgen und Nachschubsendungen durch diverse Kommissionier- und Transportstrategien zeitgleich im WMS zu beschleunigen. Dabei werden kleinere Aufträge kompakt zusammengefasst und der optimale Weg für diese durch das Lager berechnet. Am Ende setzt das Unternehmen jeden einzelnen Auftrag auf die Förderanlage, und unabhängig davon kommissioniert es Großaufträge mit Staplerfahrern. Die Packerei stellt die Sendungen endgültig zusammen; das WMS erfasst diese schließlich online und meldet sie den Transportdienstleistern.

Über die Bosch Thermotechnik GmbH Die Bosch Thermotechnik GmbH mit Sitz in Wetzlar (Hessen) bietet ihren Kunden weltweit Lösungen für Raumklima, Warmwasser und dezentrales Energiemanagement. Dabei legt sie besonderen Wert auf die hohe Effizienz ihrer Technologien, die auch vielfach regenerative Energien nutzen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Mit ihrem Know-how zum Beispiel zu Brennwerttechnik, Solarthermie, Wärmepumpen oder Kraft-Wärme-Kopplung ermöglicht Bosch Thermotechnik die Reduzierung von CO-Emissionen. Am Standort Lollar betreibt die Bosch Thermotechnik GmbH ihr Lager für die weltweite Distribution von Ersatzteilen ihrer Lösungen und Technologien.

www.brunthaler.de
www.storagement.de