Echtzeiteinblicke und Informationen zum Geschäftskontext zählen im Wettbewerb. Deshalb hat SAP in die ERP-Suite SAP S/4HANA 1709 gleich maschinelles Lernen und Prognosefunktionen eingebaut. So lassen sich etwa Rechnungen automatisch mit den Zahlungseingängen verknüpfen sowie frühzeitig Vertragsablaufdatum oder Warenverbrauch vorhersagen. Außerdem ist das Financial Closing Cockpit als zentrale Komponente ausgelegt und Anwender können Prozesse wie Rechnungsstellung, Preisfindung und Service aufeinander abstimmen. Jenseits des ERP-Bereichs haben SAP und das European Research Center for Information Systems (Ercis) ein Reifegradmodell entwickelt, das den Aufbau digitaler Kompetenzen bei Mitarbeitern unterstützt.

 

„Die Version SAP S/4HANA 1709 bietet Erweiterungen, mit denen Unternehmen von Einblicken in Echtzeitabläufe profitieren können“, erklärt Uwe Grigoleit, Senior Vice President bei SAP. „Möglich ist dies, da die neuen intelligenten Anwendungen SAP Leonardo Machine Learning und Predictive Analytics nutzen und direkt in den digitalen Kern eingebunden sind.“ Dadurch sinkt der Ressourcenaufwand für sich wiederholende Aufgaben. Zwei Beispiele:

  • Die Anwendung SAP Cash Application lernt Abgleichkriterien aus den historischen Clearing-Daten eines Unternehmens, um Rechnungen automatisch mit den entsprechenden Zahlungseingängen zu verknüpfen. Dadurch steigt die Effizienz im Shared Service Center und Finanzfachkräfte können für strategisch wichtigere Tätigkeiten eingesetzt werden.
  • Mit der SAP Fiori Apps for Contract Consumption lassen sich Vertragsablaufdatum oder Warenverbrauch frühzeitig vorhersagen. Dies schafft eine optimale Basis für effiziente Verhandlungen und gute Lieferantenbeziehungen. Dadurch lassen sich Lieferverzögerungen prognostizieren, so dass Anwender reagieren und die Auswirkungen auf ihren Geschäftsbetrieb so gering wie möglich halten können.

Mit der Version 1709 von SAP S/4HANA ist es nun für Unternehmen aus den Branchen Bergbau, Holz- und Papierverarbeitung sowie Handel leichter, SAP S/4HANA einzusetzen. Die Erweiterungen der Version decken auch die Anforderungen von Anwendern anderer Geschäftszweige ab. Vier Bereich sind hervorzuheben:

  • Finanzwesen: Das Financial Closing Cockpit ist eine zentrale Komponente von SAP S/4HANA 1709. Anwender können damit ihre Finanzabschlüsse schnell durchführen und zugleich die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sicherstellen. Anwender profitieren vom Überblick über den gesamten Abschlusszyklus. Gleichzeitig steigt ihre Produktivität dank automatisierter Abläufe und einer leichteren Bedienbarkeit.
  • Lieferkette: Die Version treibt die Digitalisierung der Supply Chain voran. So ist die Lösung SAP Transportation Management nun in den Kern integriert. Dadurch sind die Zuliefererkette und die Fertigung in einem System zusammengeführt, sodass nun Prozesse von der Planung und Prognostizierung bis zur Produktion und dem Transport abgedeckt sind.
  • Vertrieb und Marketing: Mit der Version 1709 können Unternehmen mit speziellen On-Premise-Systemen oder einer Private Cloud die Rechnungsstellung, Preisfindung, den Service und andere kundennahen Prozesse aufeinander abstimmen.
  • Fertigung: Die Version bietet nun auch die Software SAP S/4HANA Manufacturing for Production Engineering and Operations. Diese fasst die Fertigungsvorbereitung und Fertigungsprozesse zu einer Lösung zusammen. Fertigungsunternehmen können nun Störungen in der Produktion, die sich aus geänderten Arbeitsplänen, Arbeitsanweisungen oder Fertigungsaufträgen ergeben, so gering wie möglich halten. Möglich wird dies durch eine proaktive Analyse der Auswirkungen auf die Fertigung, bei der die neuesten Daten aus der Fertigungsvorbereitung und Echtzeitdaten aus dem Unternehmen berücksichtigt werden.

SAP hat gemeinsam mit dem European Research Center for Information Systems (Ercis) ein Reifegradmodell entwickelt, mit dem Unternehmen für ihre Mitarbeiter erfolgsentscheidende digitale Kompetenzen einschätzen, verfolgen und aufbauen können. Sie lassen sich Strategien zur Entwicklung digitaler Fähigkeiten erarbeiten und unterstützende Lernumgebungen stärken. Das Modell nutzt Best Practices von zahlreichen Unternehmen und beschreibt drei Schlüsselfaktoren für einen wirksamen Kompetenzaufbau: Management der digitalen Transformation, Organisation und Kultur. Es zeigt auch vier Dimensionen einer Lernarchitektur, die für diese Weiterentwicklung erforderlich sind: Management von Kompetenzen, Lernumgebung, Absorptionsfähigkeit und Messung des Lernfortschritts.

Das Reifegradmodell basiert auf einer Umfrage unter 116 Fach- und IT-Verantwortlichen aus 18 Ländern und einer Reihe Interviews mit 24 globalen Unternehmen. Das Modell soll die 64 Prozent der Unternehmen unterstützen, deren Mitarbeiter laut einer Studie der Technischen Universität München nicht über die notwendigen Kenntnissen für die digitale Transformation verfügen.

Zu den Best Practices dieses Modells gehört es, Kompetenzlücken zu ermitteln und zu schließen und Lernumgebungen zu unterstützen, die an den individuellen Vorlieben der Mitarbeiter ausgerichtet sind. So lassen sich zum Beispiel Lerninhalte auf Abruf bereitstellen sowie mobiles und informelles Lernen, E-Learning-Kurse und Klassenraumschulungen ermöglichen. Das erlaubt es, ein selbstbestimmtes, kontinuierliches und kooperatives Umfeld zu schaffen. Unternehmen können das Reifegradmodell als Orientierungshilfe nutzen, um ihre eigene Methode zur Kompetenzentwicklung für die Digitalisierung zu definieren, einzuführen und anzupassen.

Hier geht’s zu SAP