Die Installation und Konfiguration von IBM i ACS (= Access Client Solutions) kann auf drei verschiedene Arten erfolgen. Im Folgenden stelle ich Ihnen die dritte Option vor: Remote und durch den Administrator angepasst. Die beiden ersten Optionen wurden bereits im letzten Artikel beschrieben. Suchen Sie sich die Option aus, die am besten zu Ihrer Organisationsstruktur passt.

Allen drei Optionen ist gemeinsam, dass die Produktdateien von IBM i ACS an einer zentralen Stelle hinterlegt sind, auf die jeder PC, der mit ACS arbeiten soll, zugreifen kann.

Übersicht über die Optionen für den Einsatz von IBM i ACS

Für den Einsatz und die Anpassungen von IBM i ACS sind folgende Optionen verfügbar:

1. Lokal und durch den Benutzer angepasst

Die Produktdateien werden auf jeden Benutzer-PC kopiert.

Jeder Benutzer entscheidet selbt, welche Funktionen für ihn verfügbar sein sollen.

2. Lokal und durch den Administrator angepasst

Die Produktdateien werden auf jeden Benutzer-PC kopiert.

Der Administrator entscheidet, welche Funktionen für einzelne Benutzer verfügbar sein sollen.

3. Remote und durch den Administrator angepasst

Der Zugriff für jeden Benutzer erfolgt über eine zentrale, gemeinsam nutzbare Lokation.

Der Administrator bestimmt, welche Funktionen für einzelne Benutzer verfügbar sein sollen.

Die Optionen 1 und 2 wurden bereits im letzten Artikel beschrieben. Hier folgt nun die Beschreibung von Option 3 Remote und durch den Administrator angepasst.

Option 3: Remote und durch den Administrator angepasst

Option 3 Remote und durch den Administrator angepasst ähnelt der im letzten Artikel beschriebenen Option 2 Lokal und durch den Adminstrator angepasst. Der Administrator konfiguriert die Anwendung an einer zentralen Stelle mit dem Skript install_acs_xx.js und dem Parameter /AdminConfig. Genau wie bei Option 2 wird das Skript dann von jedem PC aufgerufen und damit die vordefinierte Konfiguration übernommen. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied zu Option 2: Für das Aktivieren von Produkt-Updates muss das Installations-Skript nicht nochmals ausgeführt werden, weil sich die Produktdateien in einer zentralen Lokation befinden und niemals auf lokale PCs kopiert werden.

Abbildung 1: Auswahl der Anwendungsart lokal oder remote

Bei Ausführung des Installations-Skripts mit dem Parameter /AdminConfig kann der Administrator entscheiden, ob die Installation lokal oder remote erfolgen soll. Für die lokale Variante – Option 2 – wurde hier die Auswahl Nein verwendet. Für Option 3 trifft der Administrator hier die Auswahl Ja. Mit dieser Auswahl werden die Produktdateien bei Ausführung von install_acs_xx.js von einem lokalen PC aus nicht auf diesen PC übertragen. Die Verknüpfungen auf dem Desktop für den Aufruf von ACS und die Dateiverknüpfungen zeigen auf die zentral abgelegten Produktdateien.

Aktualisierung von IBM i ACS bei Option 3

Einer der wesentlchen Vorteile dieser Option ist, dass die Aktualisierung der Produktdateien ausschließlich durch den Adminstrator an zentraler Stelle erfolgt. Anders als bei den Optionen 1 und 2 ist es also nicht erforderlich auf jedem PC das Installationsskript install_acs_xx.js auszuführen. Da die Verknüpfungen auf dem Desktop und für die Dateien auf diese zentrale Stelle verweisen, stehen die Produktänderungen sofort nach dem Einspielen durch den Administrator zur Verfügung.

Allerdings muss der Administrator nach dem Einspielen eines Updates einen weiteren Schritt vollziehen, denn wie bei Option 2 wird durch ein Update die Konfigurationsdatei AcsConfig.properties durch eine Standardkonfiguration überschrieben. Der Admnistrator muss daher sicherstellen, dass die ursprünglich durchgeführten Anpassungen erhalten bleiben.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um eine ungewollte Überschreibung zu verhindern:

1. Verwenden Sie nach dem Entpacken der Produktdateien bei Ausführen des Skripts install_acs_xx.js den Parameter /AdminRestore. Damit wird die beim Ausführen des Skripts mit dem Parameter /AdminConfig erstellte Sicherungsdatei der Konfiguration AcsConfig_save.properties als AcsConfig.properties zurückgespeichert.

2. Vor dem Einspielen kann der Administrator die Datei AcsConfig.properties kopieren und danach manuell zurückspielen.

Damit die Benutzer in den Genuss der aktualisierten Produktdateien kommen, müssen Sie alle Sitzungen von IBM i ACS einschließlich der Emulationssitzungen beenden und neu starten.

Hauptpunkte von Option 3

1. Die Produktdateien werden nicht von der zentralen Speicherstelle auf den lokalen PC kopiert.

2. Der Administrator legt fest, welche Funktionen dem Benutzer zur Verfügung gestellt werden.

3. Updates und Änderungen der Konfiguration durch den Administrator stehen allen Benutzern sofort zur Verfügung. Die Benutzer müssen allerdings alle Sitzungen von ACS und alle Emulationssitzungen neu starten.

4. Die zentrale Speicherstelle muss bei Programmaufruf für einen PC verfügbar sein.

Jede der drei Optionen ist schnell und einfach zu realisieren. Wählen Sie diejenige, die für Ihre betrieblichen Bedürfnisse am besten geeignet ist.

Nachtrag zur Konfiguration der 5250-Emulation

Bei Konfiguration von IBM i ACS mit dem Skript install_acs_xx.js und dem Parameter /AdminConfig wird der interaktive Konfigurations-Assistent ausgeführt. Dort kann auch entschieden werden, ob die 5250-Emulation bei Benutzung von IBM i ACS verfügbar sein soll. Diese Auswahl ist unabhängig davon, unter welcher Option IBM i ACS installiert wurde. Im nächsten Schritt kann bestiimmt werden, ob ACS als Standardprogramm für die 5250-Sitzungsprofile verwendet werden soll (siehe nachfolgende Abbildungen):

Abbildung 2: Verwendung der 5250-Emulation

Abbildung 3: ACS als Standardprogramm für 5250-Sitzungen

Wenn Sie Ihre Benutzer mit .ws-Profilen auf dem Desktop von IBM i for Windows und/oder Personal Communications nach IBM i ACS migrieren möchten, müssen Sie die Frage in Abbildung 3 mit Ja beantworten. Dadurch wird eine Dateiverknüpfung erzeugt.

Nach Anklicken einer .ws-Datei wird dann für das Starten und Ausführen der 5250-Emulationssitzung der IBM i ACS-Emulator verwendet. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die .ws-Datei auf dem Desktop befindet und nicht mit der pcsws.exe von Personal Communications verknüpft ist.

Sie können die Verknüpfung mit dem IBM i ACS-5250-Emulator jederzeit rückgängig machen. Wählen Sie dazu im IBM i ACS-Hauptfenster aus: Extras ? Dateizuordnungen und entfernen Sie die Auswahl der .ws-Check Box.

Abbildung 4: Entfernen der Verknüpfung für die 5250-Emulation mit dem IBM i ACS-Emulator

Vorschau:

Neben weiteren Ergänzungen zu den Funktionalitäten von IBM i ACS folgt eine Übersicht über die ACS-Erweiterung Windows Application Package 1.1.0

Für Juli 2019 ist eine neue Version von IBM i ACS geplant. Sobald diese vorliegt, melde ich mich wieder.

Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin viel Spaß beim Vermehren Ihrer Fertigkeiten.