Die schnelle Entwicklung und Bereitstellung von neuen Anwendungen gilt als Triebfeder für die Digitalisierung. Mit Hilfe des DevOps-Modells lassen sich Legacy-Systeme modernisieren und innovative Lösungen erstellen. Nick Blamey, als Direktor bei Arcad Software für die DACH-Region zuständig, erläutert im Interview mit dem Midrange Magazin (MM), wie Unternehmen von modernen DevOps-Konzepten profitieren können.

MM: Wie hat sich DevOps entwickelt?

Blamey: Mit klaren Vorgaben kommen typische IBM i-Entwickler gut zurecht. Doch mittlerweile erleben wir eine Verknappung der Entwicklungsressourcen: Es gibt immer weniger RPG-Programmierer. Daher muss man auf die nächste Entwicklergeneration setzen. Das hat für die Anwender zur Folge, dass sie die Codebasis ihrer Anwendungen modernisieren, den neuen Code schneller bereitstellen und mit Hilfe von Tools die Integration anderer Plattformen anzugehen haben.

MM: Wo sehen Sie die Vorteile der Lösungen von ARCAD?

Blamey: Anwender hierzulande nutzen unsere Tools, um ihre Anwendungen gleichzeitig zu modernisieren und ihre Projekte in Richtung DevOps-Ansatz zu strukturieren. All unsere Module verfügen über ein gemeinsames Repository. Damit lassen sich Lösungen umsetzen, testen und bereitstellen, und das auf eine Weise, wie sie keine andere Lösung bieten kann.

MM: Welche Rolle fällt dem gemeinsamen Repository zu?

Blamey: Der Mehrwert eines gemeinsamen Repository zeigt sich direkt während des DevOps-Zyklus. So hat zum Beispiel HSBC – die haben nach meinem Wissen die größte RPG-Entwicklermannschaft der Welt – das DevOps in der IBM i-Welt eingesetzt, um Ziele zu erreichen, die ansonsten nicht zu realisieren gewesen wären. Andere Anwender berichten von Kosteneinsparungen, wenn es um die Verwaltung der verschiedenen Entwicklungs-, Test- und Produktumgebungen geht. Und wieder andere vermelden eine enorme Zeitersparnis im Bereich des Testens.

Nick Blamey, Direktor bei Arcad Software: „Die manuelle Aktualisierung von Anwendungsparameterdaten in der Produktivumgebung stellt ein erhebliches Ausfallrisiko dar. Unsere Lösung beseitigt dieses Risiko, indem es Parameterwerte oder Konfigurationsdaten wie ein Software-Artefakt verwaltet und bereitstellt.“ Quelle: Arcad Software

MM: Wie lässt sich der ROI der ARCAD-Tools berechnen?

Blamey: Wir erstellen in den verschiedensten Projekten recht häufig ROI-Vorhersagen. Das soll unseren potenziellen Kunden in der Vorbereitung helfen, ihren Business Case durch eine exakte Analyse zu verifizieren.

MM: Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Blamey: Zum einen der Code-Umfang selbst, also die Anzahl der Code-Zeilen. Dazu kommt noch das komplette Entwicklungsökosystem mit der Anzahl der Entwickler und der nötigen Komponenten. Danach wird noch eingerechnet, wie es um den Release-Zyklus bestellt ist – und um die Erwartungshaltung für die Zukunft. Viele möchten beispielsweise von vier Releases pro Jahr auf monatliche, wöchentliche und sogar quasi-kontinuierliche Releases umsteigen. Weitere Faktoren beziehen sich auf die Testzyklen, also die Anzahl der Stunden, die für jeden Zyklus benötigt werden. Aber auch die eher ungeliebten Themen wie Dokumentation und Compliance-Anforderungen sind einzubeziehen.

MM: Wie können Anwender Engpässe in der DevOps-Toolchain beheben?

Blamey: Arcad investiert stark in Forschung und Entwicklung: Etwa 35 Prozent unserer Investitionen münden in diesen Bereich. Daher versuchen wir recht schnell, alle Anforderungen umzusetzen.

MM: Können Sie Beispiele nennen?

Blamey: Unsere neue CodeChecker-Lösung für RPG integriert Code-Qualitätsprüfungen in den Entwicklungszyklus und definiert sogar eine Metrik für die „Code-Qualität“, um die kontinuierliche Verbesserung im Rahmen von ISO-27001 zu belegen. Mit der Open-Source-Tool-Integration von Arcad können Git- und Jenkins-Anwender auch von der Leistungsfähigkeit des Arcad-Repository profitieren.