Auch wenn die IBM i das Kernsystem in der IT-Umgebung darstellt – heutige Anforderungen verlangen, dass auch andere „Welten“ von einem IT-Dienstleister und Umsetzungspartner abgedeckt werden. Gerhard Ehrne, Mitglied der Geschäftsführung der eks informatik GmbH, erläutert im Interview mit dem Midrange Magazin (MM), welche Auswirkung das nach sich zieht.

MM: Wie reagiert die eks als „IBM i Veteran“ auf die geänderten Bedarfe?

Ehrne: Seit ihrem Markteintritt vor über 25 Jahren ist die IBM i ein ausgereiftes, robustes und extrem stabiles System mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Über unterschiedliche Hardware- und Betriebssystem-Generationen hinweg wurde es immer an aktuelle Erfordernisse angepasst. Die Entwicklung unserer LDOX-Lösungen verlief ähnlich: Von Anfang an haben wir auf grafische Oberflächen gesetzt, ohne dabei die installierte Basis an klassischen 5250-Anwendungen aus den Augen zu verlieren. Über offene Schnittstellen können wir diese nach wie vor und zusammen mit neuen Technologien in die Oberflächen von LDOX integrieren.

Gerhard Ehrne, Mitglied der Geschäftsführung der eks informatik GmbH: „Doppelentwicklungen sollte man soweit wie möglich vermeiden.“ Quelle: eks informatik gmbh

MM: Wie wichtig ist die Integration der IBM i in die moderne IT-Welt?

Ehrne: Windows, Web und Mobilgeräte sind in den Unternehmen präsent sowie in unterschiedlichen Ausprägungen und Gewichtungen für die Erledigung der Tagesgeschäfte erforderlich. Damit stellt sich die Frage nach der Wichtigkeit nicht mehr. Es ist schlicht und einfach erforderlich, die IBM i in moderne IT-Welten zu integrieren. Ein offenes Konzept wie bei LDOX ist dabei natürlich sehr nützlich.

MM: Wie lässt sich diese Art der Integration durchführen?

Ehrne: Wir haben in der Vergangenheit unterschiedlichste Ansätze gesehen – von grafischen „Aufsätzen“, die 5250-Anwendungen einen neuen optischen Touch verleihen, bis hin zu Neuentwicklungen, die konsequent alle Vorteile der jeweiligen Plattform nutzen und die IBM i als robusten Datenbankserver einsetzen. Der Vorteil der eks informatik gmbh ist, dass wir mit den Client-Komponenten von LDOX auf der grünen Wiese starten konnten und damit keine Altlasten in dem Bereich berücksichtigen mussten.

MM: Welche Rolle spielt dabei ein IT-Dienstleister bzw. Umsetzungspartner?

Ehrne: Unternehmen haben typischerweise ein heterogenes, historisch gewachsenes Portfolio, das für die unterschiedlichsten Anforderungen eingesetzt werden kann. Damit fällt dem IT-Dienstleister bzw. -Umsetzungspartner eine wichtige Aufgabe zu. Die vorhandenen Anwendungen – und vor allem die, die gut funktionieren – müssen mit neuen Anforderungen in Einklang gebracht werden. Denn eine Lösung, die für einen Kunden perfekt funktioniert, kann für einen anderen Kunden völlig ungeeignet sein. Es gilt, die jeweils ideale Variante zu finden.

MM: Wie lässt sich zusätzlich zur .NET-Welt noch die Unterstützung von mobilen Endgeräten wie iOS-basierten Systemen realisieren?

Ehrne: Mobilgeräte sind cool und in. Über beinahe alle Altersschichten hinweg hat sich die selbstverständliche Benutzung von Smartphones durchgesetzt und auch Tablets werden für weit mehr eingesetzt als zum „Zocken“. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen – in einzelnen Bereichen, wie der mobilen Akte für das iPad, haben wir das bereits getan.

MM: Wie aufwändig ist die Programmierung und Code-Pflege für drei verschiedene Plattformen?

Ehrne: Sie sprechen da einen ganz wichtigen Punkt an. Die drei Plattformen könnten unterschiedlicher nicht sein. Genau genommen sind es im IBM i-Umfeld sogar vier: 5250-Anwendungen, Windows .NET, Browser und mobile Lösungen. Die primäre Anforderung liegt bei den Bedienkonzepten. Eine .NET-Anwendung lässt sich nicht 1:1 auf iOS übertragen, die Anwender würden diese Art der Benutzerführung nicht akzeptieren. Wir tragen den unterschiedlichen Anforderungen mit einheitlichen Schnittstellen Richtung Backend und über eine Berücksichtigung der individuellen Kundensituation Rechnung.