Im Gespräch mit dem Midrange Magazin (MM) erklärt Stephan Leschke, Vorstandsvorsitzender bei Ferrari electronic, wie sich die Faxkommunikation im IP-Zeitalter technisch wandelt.

MM: Ist das Fax noch zeitgemäß?

Stephan Leschke: Schaut man in die Unternehmen, gibt es darauf eine klare Antwort: Ja. Auch eine Bitkom-Befragung bestätigt die Relevanz des Faxens: 70 Prozent der Unternehmen nutzen das Faxgerät noch häufig für die Kommunikation mit Kunden, Kollegen und Geschäftspartnern. Besonders hoch ist der Anteil in kleinen Betrieben mit 20 bis 49 Mitarbeitern und bei Dienstleistern. Kein anderer Kommunikationsweg bietet eine so hohe Rechtssicherheit wie das Fax und ist so einfach in der Handhabung.

MM: Das gute alte Faxgerät hat aber ausgedient?

Stephan Leschke: Der vertraute Antwortton der Faxgeräte wird bald Vergangenheit sein. Wichtig ist, dass auf technischer Seite die Voraussetzungen für die Zukunft des Kanals geschaffen werden, dann ist der Übertragungsweg Nebensache. Als Teil einer modernen Unified-Communications-Lösung behält das Fax auch im IP-Zeitalter seine Bedeutung und lässt sich einfach aus Programmoberflächen wie Microsoft Office Outlook oder ERP-Systemen heraus bedienen.

Stephan Leschke, Vorstandsvorsitzender der Ferrari electronic AG: „Kein anderer Kommunikationsweg bietet eine so hohe Rechtssicherheit wie das Fax und ist so einfach in der Handhabung.“ Quelle: Ferrari electronic

MM: Die IP-Umstellung hat Auswirkungen auf den Faxversand?

Stephan Leschke: Das Fax in All-IP-Netzen ist eine Herausforderung. Nicht jede Faxübertragung verläuft fehlerfrei. Folgende Punkte sind zu beachten: Zeitversatz ist beim Fax kritisch, weil er zur Unterbrechung des Faxprozesses führen kann. Fax-over-IP ist anfällig für Paketverluste, speziell bei reiner Sprachverbindung. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Protokolle, die nicht durchgängig von allen Providern unterstützt werden. Auch bieten nicht alle Provider Quality of Service und Error Correction Mode an. Idealerweise wählt man einen Netzbetreiber, der auf das Übertragungsprotokoll T.38 (Realtime-Fax-over-IP) setzt und ECM bzw. bei G.711 QoS unterstützt. Beherrscht die Faxsoftware auch das intelligente und adaptive Regeln der Übertragungsgeschwindigkeiten, steht der Kommunikation in All-IP-Zeiten nichts im Wege. Die OfficeMaster Suite 6 von Ferrari electronic erfüllt diese Anforderungen.

MM: Wie kann man Übertragungsprobleme im Zeitalter von All-IP lösen?

Stephan Leschke: Technisch gesehen werden Faxe am IP-Anschluss per Pass-Through oder über T.38-Realtime-Fax-over-IP, kurz T.38-FoIP, übertragen. Bei Pass-Through wird eine direkte Telefonverbindung zum Empfänger genutzt und die Faxdaten werden auf herkömmliche Weise – wie bei Sprache – als Modemtöne übertragen. Kommt es jedoch des Öfteren zu Paketverlusten, würde dies zum Abbruch der Modemverbindung führen. In diesem Fall ist T.38-FoIP besser geeignet. Hier werden in einem Gateway alle vom Faxgerät gesendeten Töne und modulierten Informationen erkannt bzw. demoduliert, umgewandelt und zur Gegenseite gesendet. Der Empfängeranschluss interpretiert sie, wandelt sie in entsprechende Analogsignale um und übermittelt sie an ein Faxgerät. Intelligente Faxlösungen nutzen die jeweils am besten geeignete Variante.

MM: Fax und All-IP stehen also nicht im Widerspruch?

Stephan Leschke: Nein, All-IP bedeutet nicht das Aus für das Fax, wenn man den richtigen Anbieter und die richtige Lösung wählt. Dann sind Bedenken, dass Faxen nach der IP-Migration nicht mehr einwandfrei funktioniert, unberechtigt. Als Pioniere im Faxgeschäft haben wir uns auch dieser Herausforderung gestellt und DirectSIP entwickelt. DirectSIP ist ein fester Bestandteil der OfficeMaster Suite 6 und hebt Faxen in IP-Netzen auf den gewohnten Standard.

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