2018 wird das ISDN-Netz abgeschaltet, die Umstellung auf das All-IP-Netz muss also abgeschlossen sein. Die Information Services Group (ISG) konstatiert, dass in diesem Zuge bei kleinen und mittelständischen Unternehmen generell Kommunikationslösungen in den Blick geraten sind – und damit auch der Ansatz, durch eine Cloud-Lösung Investitionskosten für eine Telefonanlage zu sparen. ISG sieht als führende Anbieter von Unified Communications as a Service – neben der Deutschen Telekom und T-Systems – Vodafone, BT, Microsoft, Placetel, NFON und Cisco.

 

ISG hat im Anbietervergleich festgestellt, dass auch bisherige typische IP-Centrex-Anbieter ihr Angebot um Unified Communications ergänzt, um auch Kunden mit anspruchsvolleren Anforderungen an Kommunikation und Zusammenarbeit bedienen zu können. „Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Integration von Social-Communications- und Collaboration-Funktionen“, erklärt Frank Heuer, Berater bei ISG. „Damit wird nach unserer Auffassung ein zukunftsweisender Ansatz verfolgt, der die Nutzung des jeweils Besten aus Social- und Realtime-Welt ermöglicht.“

„Unified Communications & Collaboration as a Service ist ein spannendes Thema und hochaktuell – Kommunikation und virtuelle Zusammenarbeit eignen sich besonders gut für den Betrieb in der Cloud“, so der ISG-Consultant. Hierfür sprechen nach seiner Meinung die Netznähe sowie der hohe Grad der Standardisierung. Entsprechend wird der Markt für UC(C)aaS 2017 in Deutschland um fast 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen.

Ein weiterer Treiber ist laut Heuer der 2018 anstehende Abschluss der Umstellung des ISDN- auf das All-IP-Netz. Hier bringen sich Cloud-Lösungen in Position: „Die Umwandlung von Kapital- in Betriebskosten ist vor allem für die häufig kapitalschwachen kleinen und mittelständischen Unternehmen interessant, weshalb das Marktwachstum in diesem Segment besonders stark ist.“

ISG-Berater Heuer listet neun zentrale Bewertungskriterien und Anforderungen an die Anbieter von UC(C)aaS auf:

  • Breite des Funktionsspektrums,
  • technische Basis (Technologiehersteller, Public/Private Cloud),
  • Standort des Rechenzentrums (Betrieb in Deutschland),
  • eigenes Netz des Providers, End-to-End-Verantwortlichkeit,
  • Supportbereitschaft,
  • Referenzen,
  • Präsenz und Awareness in Deutschland,
  • Momentum im Markt,
  • Vertriebskanal.

ISG identifizierte im Rahmen des großen Anbietervergleichs „Cloud Transformation/Operations Services & XaaS – ISG Provider Lens Germany 2017“ im deutschen Markt 21 Unternehmen als relevante Anbieter von SaaS – Unified Communications (UCaaS). Gegenüber dem Vorjahr wurden die Bewertungskriterien bei der Marktanalyse verschärft. Somit sind weniger Anbieter als im Vorjahr im Leader-Quadranten vertreten. Auch die Gesamtzahl der bewerteten Provider hat sich gegenüber dem Vorjahr reduziert. „Shoretel und Capgemini sind nicht mehr in der aktuellen Analyse vertreten. Ersterer Anbieter ist zwar international erfolgreich, aber es fehlt ihm noch am Footprint in Deutschland – erst vor einigen Wochen hat Mitel die Übernahme von Shoretel angekündigt“, was Heuer für eine spannende Entwicklung hält, vor allem mit Blick auf den internationalen Markt. Capgemini sei nicht mehr vertreten, da lediglich ein Cross-Selling-Angebot zur Abrundung des Portfolios offeriert werde, das nicht aktiv vermarktet wird.

„Auf der anderen Seite konnte Placetel eine deutliche Verbesserung verzeichnen“, berichtet Frank Heuer. „Das Kölner Tochterunternehmen von Broadsoft, einem der weltweit führenden Ausrüster von Cloud-Telefonie- und UCaaS-Providern, hat die Themen UCaaS- und auch Social-Collaboration-Integration mit seinem neuen Produkt UC One deutlich nach vorn gebracht.“

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