Viele Nutzer der IBM i-Plattform sehen sich heutzutage mit Herausforderungen konfrontiert, die sie dazu veranlassen, ihre bestehende Systemlandschaft inklusive der Anwendungen zu modernisieren. Christian Dohr, Country Manager für die Region DACH bei Rocket Software, skizziert im Interview mit dem Midrange Magazin (MM) passende Lösungen.

MM: Wie sehen Sie angesichts der Digitalisierungsanforderungen in Unternehmen die Zukunft des Green Screens?

Dohr: Die zugrundeliegenden Green-Screen-Anwendungen werden uns noch lange Zeit erhalten bleiben, doch deren Bereitstellung in Unternehmen wird zunehmend über neue Schnittstellen und Technologien erfolgen. IBM i-Anwender haben viel in ihre Kernanwendungen investiert und diese präzise auf ihre Geschäftsabläufe abgestimmt. Der Versuch, sie zu ersetzen, wäre deshalb kostspielig und riskant. Gleichzeitig müssen Unternehmen diese Kernfunktionen und -daten über moderne Technologien wie Web, Mobile und „RESTful“-Dienste bereitstellen. Für bestehende Anwendungen müssen also neue Schnittstellen und neue Zugriffsmethoden entwickelt werden.

MM: Wie erhalten auch IBM i-Anwender Zugriff auf moderne Schnittstellen?

Dohr: IBM i-Anwender profitieren davon, dass IBM und verschiedene Anbieter eine große Zahl unterschiedlicher Tools für die digitale Transformation zur Verfügung stellen. Der XML-Service von IBM ermöglicht beispielsweise den sprachunabhängigen Zugriff auf IBM i-Ressourcen (Programme, Befehle, Daten) über XML-Skriptaufrufe. Entwickler können ihren Code in jeder beliebigen Sprache und auf jeder beliebigen Plattform schreiben. Dieser Code kann dann mithilfe von XML-Service auf IBM i-Ressourcen zugreifen. Die PASE-Umgebung von IBM ermöglicht die Ausführung vieler verschiedener Open-Source-Produkte und -Sprachen auf IBM i. Auf dem Markt werden außerdem Tools zur Bereitstellung von IBM i-Green-Screens über Mobilgeräte und Weboberflächen angeboten. Damit können bestehende IBM i-Anwendungen in „RESTful“-Webdienste umgewandelt werden.

MM: Wie lauten da Ihre Empfehlungen?

Dohr: Wir empfehlen unseren Kunden immer, zuerst an die Benutzererfahrung zu denken – nicht bloß an die Benutzeroberfläche. Anwendungsentwickler sollten berücksichtigen, wie der Zugriff über Mobile, Web und Dienste die Nutzung der Anwendungen verändert. So macht es beispielsweise wenig Sinn, den Workflow der Green-Screen-Anwendung für den Webzugriff unverändert zu übernehmen.

MM: Wie können Unternehmen von Self-Service-Plattformen und dem Mobilzugriff auf Anwendungen profitieren?

Dohr: Die Vorteile für Unternehmen sind abhängig von individuellen Umständen und Geschäftsanforderungen. Unsere Kunden berichten, dass der überall und zu jedem Zeitpunkt verfügbare mobile Zugriff die Systeminteraktion für Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter einfacher und komfortabler gestaltet. Mobile Anwendungen bieten Unternehmen im Rahmen der Business Intelligence wichtige Informationen dazu, wann, wo und wie Geschäfte abgeschlossen werden. Unternehmen können ihren Kunden einen direkten Systemzugriff ermöglichen, um Kosten zu senken und ihre Reaktionszeit zu verkürzen. Zudem können sie ihre Kunden zeitnah kontaktieren und Informationen zum Auftragsstatus sowie zu aktuellen Sonderangeboten, Produktneuerungen und relevanten Artikeln übermitteln. Mitarbeiter erreichen durch den überall und zu jedem Zeitpunkt verfügbaren mobilen Zugriff mehr Produktivität.

Christian Dohr, Country Manager für die Region DACH bei Rocket Software: „Mitarbeiter erreichen durch den überall und zu jedem Zeitpunkt verfügbaren mobilen Zugriff mehr Produktivität.“ Quelle: Rocket Software

MM: Wie sollten Organisationen bestehenden Anwendungen modernisieren?

Dohr: Am wichtigsten ist der Fokus auf den Anwender. Unternehmen sollten sich nicht gleich auf die Ablösung des Green Screens konzentrieren, sondern zunächst überlegen, wie die Anwendung in der neuen Umgebung verwendet werden wird.